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Preisträger*innen 2026!

Hana Jušić erhält den Internationalen Spielfilmpreis für GOD WILL NOT HELP | Lobende Erwähnung an Verenice Benítez für NUNKUI

Der Sally Forth Cinema Publikumspreis geht an Jelena Ilić für EINE KRANKHEIT WIE EIN GEDICHT

ECFA Short Film Award für OSTRICH von Marie Kenov

Außerdem wurden folgende bereits verkündete Preise an ihre Preisträger*innen übergeben:

Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen
Lisa Jilg erhält den mit 2.500 € dotierten Preis für ihre Bildgestaltung in dem langen Spielfilm VENA. Sophia Fenn erhält den ebenfalls mit 2.500 € dotierten Preis für ihre Bildgestaltung in dem langen Dokumentarfilm WHERE THE WAVES TOOK HER. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury an Sophie Krabbe für ihre Bildgestaltung in HALIMA – EINE ANLEITUNG ZUM STARKSEIN AUS.

Lenia Friedrich erhält den mit 1.000€ dotierten Shoot – KHM & IFFF Dortmund+Köln Nachwuchspreis für Künstler*innen der KHM.

Großer Zuspruch bei Publikum und Branche beschert dem Festival volle Säle und intensive Diskussionen

 

Internationaler Spielfilmwettbewerb 2026

Am Sonntagabend ging im Kölner Orangerie Theater – erstmalig Austragungsort des IFFF Dortmund+Köln – mit der Vergabe von fünf Filmpreisen im Wert von 18.000 Euro die 43. Festivalausgabe des IFFF Dortmund+Köln zu Ende. Im Internationalen Spielfilmwettbewerb nahmen erstmalig erste und zweite lange Spielfilme von Regisseur*innen teil. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die internationale Jury vergibt den Hauptpreis einstimmig an die kroatische Regisseurin Hana Jušić für ihren zweiten langen Spielfilm GOD WILL NOT HELP aus dem Jahr 2025. In der Jurybegründung heißt es:

»Wir waren tief beeindruckt von den beiden weiblichen Protagonistinnen, die keine Opfer, sondern Gestalterinnen ihres eigenen Schicksals sind. Mit herausragender Inszenierung und einer filmischen Sprache von großer Präzision und Klarheit verbindet der Film meisterhaft die Genres des historischen Dramas, des Suspense und des Psychothrillers – alles durch einen kompromisslosen weiblichen Blick.«

Die Jury ist in diesem Jahr mit der französischen Kuratorin und Kulturmanagerin Annouchka de Andrade, der Kölner Produzentin Bettina Brokemper und der griechischen Regisseurin, Produzentin und Autorin Athina Rachel Tsangari besetzt.

Hana Jušić hat den mit 10.000 Euro dotierten Preis am Abend persönlich in Köln entgegen genommen.

Lobende Erwähnung an Verenice Benítez für NUNKUI

Die Jury vergab außerdem eine lobende Erwähnung an das Spielfilmdebüt NUNKUI von Verenice Benítez. In der Begründung heißt es:

»Wir, die Jury, möchten die eindringliche Darstellung eines Mädchens auf dem Weg zur jungen Frau würdigen, die in einer Welt aufwächst, die manchmal nur schwer zu begreifen ist. Der Film geht respektvoll auf eine echte Gemeinschaft ein, ohne sie zu objektivieren. Er zeigt uns die Komplexität und die Notwendigkeit, für die eigene Würde einzustehen. Er stellt den überlieferten Traum der Vorfahren als einzigen möglichen Weg zur Selbstbestimmung dar.«

 

Sally Forth Cinema Publikumspreis für EINE KRANKHEIT WIE EIN GEDICHT von Jelena Ilić

Der Publikumspreis 2026 geht an den Dokumentarfilm EINE KRANKHEIT WIE EIN GEDICHT von Jelena Ilić. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmalig von der Dortmunder Produktionsfirma Sally Forth Cinema gestiftet, die das Preisgeld auf 2.000€ verdoppelt hat. An der Abstimmung nahmen alle aktuellen Festivalfilme teil, die nicht älter als zwei Jahre sind und eine Filmlänge ab 60 Minuten haben.

 

ECFA Short film Award für OSTRICH von Marie Kenov

Im Programm für Kinder und Jugendliche wurde zum siebten Mal der ECFA Short Film Award für den besten europäischen Kurzfilm für Kinder vergeben. Die Auszeichnung erhielt der 9-minütige Schweizer Animationsfilm OSTRICH von Marie Kenov aus dem Jahr 2025.

Die Jury ist mit Mitgliedern der European Children’s Film Association besetzt und bestand aus Sina Musche (Interimsleitung doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche, DE), Samira Zaïbat (Jolifanto, BE) Florence Dupont (Enfances au Cinéma, FR). Der prämierte Film wird automatisch für den Wettbewerb um den besten europäischen Kinderfilm des Jahres nominiert, der bei der nächsten Berlinale vergeben wird.

In der Jurybegründung heißt es:

»Was mit Krafttraining und Protein-Shakes beginnt, endet schließlich in kosmetischen Operationen. Wir möchten den diesjährigen ECFA Kurzfilmpreis an einen Film vergeben, der aus unserer Sicht absolut up-to-date ist und schonungslos die Online Realität zeigt, mit der insbesondere junge Menschen täglich konfrontiert sind. Mit bunten Animationen fokussiert die Regisseurin wichtige Themen wie Bodyshaming, Selbstoptimierung und das aktuelle Internetphänomen Looksmaxxing. Die besondere Animationsform ist zwar nicht normschön, seine verspielte und humorvolle Art macht die ernsten Themen rund um problematische Social Media-Nutzung und gefährliche Influencer-Trends aber auch schon für Kinder zugänglich. Auf eine einzigartige Weise öffnet der Film so den Raum für Diskussionen über verschiedene Körperformen und die Fähigkeit zur Selbstliebe. Das kompromisslose und intelligente Storytelling hat auch uns dazu angeregt, unsere eigene Beziehung zum Körper zu hinterfragen. Der Film spricht direkt zum Publikum ohne zu moralisieren. Er regt dazu an, kritische Fragen zu stellen und ist so ein sehr guter Start, um mit Kindern und Jugendlichen über die verhandelten Thematiken zu diskutieren.«

 

Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen

Bereits im Vorfeld waren weitere Preisträger*innen ausgelobt worden. Lisa Jilg und Sophia Fenn wurden am Abend mit dem Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen ausgezeichnet. Lisa Jilg erhält den mit 2.500 € dotierten Preis für ihre Bildgestaltung in dem langen Spielfilm VENA. Sophia Fenn erhielt den ebenfalls mit 2.500 € dotierten Preis für ihre Bildgestaltung in dem langen Dokumentarfilm WHERE THE WAVES TOOK HER. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury an Sophie Krabbe für ihre Bildgestaltung in HALIMA – EINE ANLEITUNG ZUM STARKSEIN

 

Shoot KHM & IFFF Dortmund+Köln Nachwuchspreis für Künstler*innen der KHM

Lenia Friedrich erhielt den mit 1.000€ dotierten Shoot – KHM & IFFF Dortmund+Köln Nachwuchspreis für Künstler*innen der KHM für ihre Arbeit SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS

 

Resümee zum IFFF Dortmund+Köln 2026

Das Festival freut sich seit mehreren Jahren in Folge über stetig wachsenden Zuspruch beim Publikum, in der Branche und in zahlreichen Netzwerken. Zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen, Schlangen am Einlass, mehr als 500 Akkreditierte und viele intensive Diskussionen zeugen davon: Die 43. Ausgabe des IFFF Dortmund+Köln war mit seiner hochpolitischen, empowernden und zugänglichen Filmauswahl ein großer Erfolg. Sektionsübergreifend brachten mehr als 80 Filme aus 37 Ländern zentrale gesellschaftliche Themen auf die Leinwände und waren Ausgangspunkte intensiver Diskussionen.

Dr. Maxa Zoller, künstlerische Leiterin von Deutschlands größtem und ältestem Frauenfilmfestival, ist mehr als zufrieden:

»Es geht mehr und mehr zusammen – die Qualität unserer sorgfältig kuratierten Filmprogramme, unsere intensive Netzwerkarbeit in der Filmbranche sowie zahlreiche Kollaborationen mit feministischen Projekten und Ausbildungsstätten bescheren uns stetig steigenden Zuspruch beim Publikum. Ich sehe ausverkaufte Kinosäle und Rekordzahlen als ein klares Zeichen: die Leute möchten Gegenbilder zu den gängigen, oft verzerrten Darstellungen von Frauen im Mainstream. Wir liefern diese Bilder – und noch viel mehr! Von 4 bis 85 Jahren – das Publikum besucht unsere oft ungewöhnlichen und überraschenden Programme, in der Gewissheit, dass das Festival ein sicherer Ort des solidarischen Austauschs ist.«

Im April 2027 findet das Festival mit dem Hauptprogramm in Dortmund statt.