Halima – Eine Anleitung zum Starksein
Sophie Krabbe (DoP)
Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationaler Wettbewerb für beste Bildgestalter*innen – Lobende Erwähnung
Begründung der Jury (Greta Isabella Conte, Eva Maschke, Gisela Tuchtenhagen)
Wir würdigen mit dieser lobenden Erwähnung die Kameraarbeit von Sophie Krabbe, ihr filmisches Können, das nicht nur technisch überzeugt, sondern das Medium Film als Raum der Begegnung nutzt, in dem Menschen ihr eigenes Leben sichtbar und ihre Stimmen hörbar machen können. Den doku-fiktionalen Kurzfilm Halima – Eine Anleitung zum Starksein haben Filmstudentinnen der FH Dortmund gemeinsam mit von Genitalverstümmelung (FGM) betroffenen Frauen entwickelt. Er erlaubt den Protagonistinnen, selbst zu Autorinnen ihrer Erfahrungen, ihres Wissens, ihrer Widerstandskraft zu werden. Krabbe hat bei diesem Film eng mit Eido M. Abdillahi zusammengearbeitet, die als Betroffene einen wichtigen Teil zum Bildkonzept beigetragen hat. Hier wird Filmemachen zu Kooperation, Perspektive zu Empathie und Bild zu Verantwortung. Es ist ein filmisches Handwerk, das nicht über die Betroffenen spricht, sondern sie in den Mittelpunkt stellt, in ihrem Schmerz, ihrer Stärke, ihrem Streben nach Selbstbestimmung. Wir begegnen Stimmen aus Flüchtlingsunterkünften, die uns sonst verborgen bleiben. Der Film zeigt Alltagsrassismus, Schmerz, aber vor allem Halimas Stärke: Nach einer Rekonstruktions-Operation macht sie sich auf den Heimweg – mit der Regionalbahn. Die Zugfahrt, die den Filmrahmen bildet, wird zur Metapher für ihr Leben voller Stationen, die sie meistern musste: Krieg in Somalia, Flucht auf dem Mittelmeer und nun hier in Deutschland, mit dem Schmerz der Genitalverstümmelung als ständigem Begleiter. Schließlich kommt sie in einem Heim für Geflüchtete an, ihrem vorübergehenden Zuhause. Einen Rückzugsort, Ruhe und eine gute Situation zum Heilen findet sie hier nicht.
Ausschnitte des Films werden bei der Preisverleihung gezeigt.
Sophie Krabbe (DoP)
Sophie Krabbe ist Kinematographin und lebt derzeit in Berlin. Nach dem Abitur zog sie für fünf Jahre nach Mumbai (Indien), wo sie ihren Bachelor in Soziologie und Anthropologie absolvierte. Das Leben zwischen so unterschiedlichen Kulturen hat ihre Arbeit tief geprägt. Zurück in Berlin folgte sie ihrer Leidenschaft für den Film. Seither arbeitet sie als Kamerafrau an fiktionalen und dokumentarischen Filmproduktionen. Derzeit schließt sie ihr Cinematography-Studium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF ab.
Filme von Sophie Krabbe (Bildgestaltung)
Undine Geht (Arbeitstitel) 2026 | Einhorn – Kulturgeschichte einer Sehnsucht 2026 | Forged in Flames 2025 | Von der Reise zur Kunst – Henri Matisse 2025 | Klima Krise Kunst 2024/25 | Goldkind 2024 | Ice Aged 2024 | Immer einer da 2024 | Abstrakt und radikal – Mondrians Vermächtnis 2023