IFFF packt aus

IFFF packt aus

IFFF packt aus birgt Schätze aus dem Festivalarchiv und stellt sie einem transgenerationalen Publikum vor. Ziel ist es, das feministische Filmerbe sichtbar zu machen und seine Bedeutung ins Hier und Jetzt zu tragen.

Für unsere Gastkuratorin, die Filmemacherin, Autorin und Kuratorin Biene Pilavci sind die Übergänge von persönlichem zu politischem Widerstand fließend. Ob in ihren Dokumentarfilmen oder in der kuratorischen Arbeit – ihrem scharfen Blick für subtile Machtspiele patriarchaler Gewalt in Bezug auf weibliche Sexualität entgeht auch nicht das kleinste Detail. Diesen Blick richtete sie mehrere Tage auf die Festivalfilmsammlung, um sich schließlich für einen Meilenstein der deutschen Filmgeschichte zu entscheiden:

Shirins Hochzeit gehört zu den bekannteren Filmen von Helma Sanders-Brahms, die sich in ihren Arbeiten mit Frauenbewegung, Arbeit und Migration auseinandersetzt. 1977 feiert das Melodram seine Weltpremiere im Programm des WDR.

»Es ist wichtig, dass es diesen Film gibt. Dass er seinen Weg in den deutschen Kanon gefunden hat. Dass er 1977 eine weibliche Perspektive auf Migration ins Zentrum rückt. Dass er versucht, eine bis dahin marginalisierte Erfahrung sichtbar zu machen. Zugleich fordert er aus heutiger Sicht eine kontextualisierende Betrachtung. Seine ästhetischen und narrativen Entscheidungen laden zum Dialog über die Verwertbarkeit des Frauenkörpers sowie über den Diskurs zu »Gastarbeit« im Film ein.« (Biene Pilavci)

Biene Pilavci ist mit ihrem eigenen preisgekrönten Dokumentarfilm Alleine Tanzen in der Sektion begehrt! vertreten.

Kuratorinnen:

Shirins Hochzeit

Helma Sanders-Brahms

DE
1976
Spielfilm
121’
OmeU, dt. UT

Ein Dorf im türkischen Anatolien. Die junge Shirin soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Sie flieht nach Köln. Als »Gastarbeiterin« […]