Ouverture du théâtre noir à Paris
Sarah Maldoror
»Wir tragen die Verantwortung; niemand sonst ist schuld. Wir allein sollten unsere Geschichte weitergeben.« Sarah Maldoror
Sarah Maldoror dokumentiert in diesem kurzen Fernsehbeitrag die Eröffnung des Théâtre Noir de Paris, mit dem sie eng verbunden war. Die Theaterkompanie und Kultureinrichtung war zu dem Zeitpunkt das erste Schwarze Kulturzentrum in Frankreich für Performer*innen aus Afrika und den Französischen Antillen. Das Theater bot Schwarzen darstellenden Künstler*innen ihren eigenen Raum für Kreation, insbesondere mit Bezug zur Négritude. Maldoror verstand die Négritude als eine Poetik der Differenz. Basierend auf Panafrikanismus, Antikolonialismus und der Synthese von Marxismus und Surrealismus ist die Négritude eine von den Dichtern Aimé Césaire, Léopold Senghor und Léon G. Damas gegründete Kulturbewegung, die Sarah Maldorors Filmschaffen stark beeinflusste. Neben Interviews mit den Initiator*innen des Théâtre Noir filmt Maldoror die Bühnenauftritte, unter anderem von Lisete Malidor und Geoffrey Oryema.
Gast: Annouchka de Andrade
Sarah Maldoror
Sarah Maldoror (1929–2020) war politische Aktivistin, Theatermacherin und Filmemacherin karibischer und französischer Abstammung. 1956 gründete sie in Paris die Compagnie d’Art Dramatique des Griots, die erste Gruppe mit afrikanischen und afro-karibischen Schauspieler*innen. Sie besuchte eine Schauspielschule in Paris und erhielt 1961 ein Stipendium für ein Filmstudium bei Mark Donskoi in Moskau. Sie war Pionierin des panafrikanischen Kinos. Ihr erster Kurzfilm wurde 1971 in Cannes gezeigt. Sie solidarisierte sich mit den Befreiungsbewegungen in Guinea, Algerien und Guinea-Bissau, zusammen mit ihrem Partner Mario Pinto de Andrade. Ihr Werk von über 40 Filmen begleitete eng die wichtigsten Bewegungen des 20. Jahrhunderts – Négritude, Panafrikanismus, Feminismus und Kommunismus.
Filme von Sarah Maldoror
Eia pour Césaire 2009 | L’enfant cinema 1997 | Aimé Césaire, le masque des mots 1986 | Un carnaval dans le Sahel 1979 | Et les chiens se taisaient 1978 | Des fusils pour Banta 1970 | Monamgambée 1968