Der weiße Schatz und die Salzarbeiter von Caquena

Der weiße Schatz und die Salzarbeiter von Caquena

Eva Katharina Bühler

»Ich glaube, dahinten haben die Gringos angefangen mit dem Lithium.« Don Rosauro steht inmitten einer endlosen weißen Fläche. Er ist Salzarbeiter am Salar de Uyuni in Bolivien. In der größten Salzwüste der Erde bauen die Nachfahren der Aymara-Indianer hier in 3.670 Metern Höhe Salz ab. Unter der rauen, weißen Oberfläche des Salzsees werden die größten Lithiumvorkommen der Welt vermutet, der Stoff, der für Handys, Laptops und für die Batterien der zukünftigen Elektroautos benötigt wird. Wie wird sich der Mikrokosmos der Salzarbeiter verändern, wenn ihn die globalisierte Welt erreicht? Der weiße Schatz beschreibt in einem nahen Porträt die letzte Ruhe vor dem Sturm, eine heile Welt, in der die Anzeichen der kommenden Veränderungen nicht mehr zu übersehen sind.

Begründung der Jury:
Weiß glänzen Autos auf einer Messe in Genf. Das Zauberwort der neuen Elektromobile heißt Lithium. Weiß glänzt auch der See in Caquena, Bolivien. Hier liegt der Schatz begraben. Für die einen ist es das Salz, die Grundlage ihres Lebens, für die anderen das Lithium, die Grundlage unseres unaufhaltsamen Fortschritts. Eva Katharina Bühler erzählt uns in präzise komponierten Bildern vom Alltag der Bewohner am Ufer des Sees und der drohenden Zerstörung ihrer Existenz und Traditionen. Ihr Blick ist wach, ihre Kameraführung geduldig und entschieden. Die Bildsprache entwickelt eine eigene Dramaturgie und Dynamik. Am Ende verlässt die Kamera ihre respektvolle Distanz und entfesselt sich in einem lebendigen Tanz. Ein Tanz, der irgendwann für die Indios enden wird.

Regie / Bildgestaltung

Eva Katharina Bühler

Ton

Robert Nickolaus

Schnitt

Matthias Scharfi

Musik

Johannes Weißgerber

Mit

Daniel Lopez Colque, Juan Lopez Gonzales, Rosauro Lopez Huayllani und die Dorfbewohner
von Caquena

Produktion / Kontakt

Filmakademie Baden-Württemberg

Portrait of Eva Katharina Bühler

Eva Katharina Bühler

Eva Katharina Bühler wird 1981 in Achern geboren. Sie entdeckt früh die Malerei und Fotografie für sich und erhält 2002 den Deutschen Jugendfotopreis. Nach einem Studium der Audiovisuellen Medien an der Hochschule der Medien in Stuttgart sammelt sie praktische Erfahrungen unter anderem beim WDR und bei X-Filme. 2005 beginnt sie ihr Doppelstudium Regie und Kamera an der Filmakademie Baden-Württemberg. Das schließt sie 2011 mit den Filmen Monika und Der weiße Schatz ab. Es folgen Auftragsproduktionen für 3sat, SWR und Arte.


Filme von Eva Katharina Bühler (Auswahl)
Kamera: Monika 2011 | Beelzebub 2010 | Frei Sein 2008 | Vogel.tot 2008
Kamera und Regie: Alles in mir 2009 | Alles was bleibt 2007