Benzine

Benzine

Sarra Abidi

Seit neun Monaten haben Salem und Halima nichts von ihrem Sohn gehört. Ahmed, der sich zuvor wie viele in der Region als Benzinschmuggler verdingt hatte, ist nach Italien aufgebrochen. Über seinen Verbleib kursiert Widersprüchliches. Die Darstellung illegaler Migration über das Mittelmeer ist seit Jahren von wenigen Motiven dominiert: Junge Männer auf Booten, in Camps auf Lampedusa und Lesbos. Diesen Bildern setzt Sarra Abidi den Blick auf die Situation der Zurückgebliebenen entgegen: auf ihren Kampf mit harschen ökonomischen Verhältnissen in einer instabilen politischen Lage und auf ihre Sorge um die, die den Aufbruch nach Europa gewagt haben. »Ich hatte einen großen Drang, diesen Film zu machen, inspiriert von der Region um Gabés, von den Erlebnissen der tunesischen Jugendlichen seit 2011 [dem Beginn des »arabischen Frühlings«], ihrem unbedingten Willen, das Land zu verlassen, auf welchem Weg auch immer. Aber ich wollte auch auf das Phänomen des Benzinschmuggels Bezug nehmen, das sich seitdem im Land stark ausgeweitet hat. Und natürlich auf die Bilder der Eltern, vor allem der Mütter, die ganz aufgewühlt und erschüttert sind durch den Verlust ihrer Söhne. All diese Ereignisse haben mich geprägt, aber dazu kam auch eine persönliche Vision, der cineastische Blick, der durch die Landschaft meiner Geburtsregion beflügelt wurde, eine sehr schöne, sehr harte Landschaft.« Sarra Abidi

Regie

Sarra Abidi

Buch

Sarra Abidi

Bildgestaltung

Ali Ben Abdallah

Ton

Aymen Abidi

Montage

Arbi Ben Ali

Musik

Omar Aloulou

Darsteller*innen

Ali Yahyaoui, Sondos Belhassan

Produktion

Ali Ben Abdallah, Synergy Productions

Kontakt

Synergy Productions

Sarra Abidi

Sarra Abidi ist eine tunesische Filmemacherin. Sie studierte Grafikdesign am Higher Institute of Fine Arts in Tunis und absolvierte dann einen Master in Dokumentarfilm in Montreal. Derzeit macht sie am Institut Supérieur des Arts (INSAS) in Belgien einen weiteren Master in Filmschnitt. Für ihren ersten abendfüllenden Spielfilm Benzine wurde sie bei ihrer Arbeit an einem Dokumentarfilm mit dem Titel Chatt Essalem: the Dead Cannot Vote inspiriert, den sie in derselben Landschaft gedreht hat und der sich zurzeit in der finalen Postproduktionsphase befindet.