Performance: Veitstanz/Feixtanz

Ekstatisch zuckende Körper: Das Phänomen des Veitstanzes stammt aus dem Mittelalter, als Menschen öffentlich bis zur Bewusstlosigkeit tanzten. 1988 praktizieren ihn 13 Frauen und Männer in Erfurt bis zur Ekstase. Die unterschiedlichen Körper suggerieren, dass wir alle dazu in der Lage sind, uns im öffentlichen Raum so zu bewegen, wie wir wollen. Gabriele Stötzer trotzt dem tristen DDR-Setting einen eigenen Raum ab, der ins Heidnische zurückreicht und dabei matriarchale Ursprünge aufruft. Ihre Quelle ist der Widerstand. »Dieser Film, der in der DDR – dem Land der sozialistischen Diktatur – gedreht wurde, ist ein Ausdruck der Freiheit, die uns allen innewohnt, wenn wir sie uns nehmen«, so Stötzer.
Um der Arbeit maximale Freiheit zu geben, projizieren wir sie im öffentlichen Raum mit dem Kölner Dom im Hintergrund. So eröffnet sich ein assoziativer Raum von der Hexenverfolgung im Mittelalter zu der anarchischen Wildheit, die Gabriele Stötzer 300 Jahre später im Veitstanz wieder evoziert.
Begleitet wird der Veitstanz – in Präsenz von Gabriele Stötzer – live von Sara Neidorf am Schlagzeug. Sie verbindet als vielseitige Musikerin verschiedene Genres, schafft dabei fließende Übergänge, beherrscht Taktarten meisterhaft. Neidorf kollaboriert immer wieder gern mit anderen Musiker*innen: Neben zahlreichen eigenen Bands spielt sie als Session-Musikerin für Rock-, Metal-, Prog- und Popbands und begleitet Theaterstücke an den Drums. Sie kuratiert das queer-feministische Horrorfilmfestival Final Girls Berlin.
Gast: Gabriele Stötzer
Veitstanz/Feixtanz
Gabriele Stötzer
Ekstatisch zuckende Körper: Das Phänomen des Veitstanzes stammt aus dem Mittelalter, als Menschen öffentlich bis zur Bewusstlosigkeit tanzten. 1988 praktizieren […]