Veitstanz/Feixtanz

24 Apr. 2026 21:30
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Veitstanz/Feixtanz

Gabriele Stötzer

DE
1988
Kurzfilm
25’
OW
Fokus: Common Land

Ekstatisch zuckende Körper: Das Phänomen des Veitstanzes stammt aus dem Mittelalter, als Menschen öffentlich bis zur Bewusstlosigkeit tanzten. 1988 praktizieren ihn 13 Frauen und Männer in Erfurt bis zur Ekstase. Die unterschiedlichen Körper suggerieren, dass wir alle dazu in der Lage sind, uns im öffentlichen Raum so zu bewegen, wie wir wollen. Gabriele Stötzer trotzt dem tristen DDR-Setting einen eigenen Raum ab, der ins Heidnische zurückreicht und dabei matriarchale Ursprünge aufruft. Ihre Quelle ist der Widerstand. »Dieser Film, der in der DDR – dem Land der sozialistischen Diktatur – gedreht wurde, ist ein Ausdruck der Freiheit, die uns allen innewohnt, wenn wir sie uns nehmen«, so Stötzer.

Gast: Gabriele Stötzer

Regie / Buch / Bildgestaltung / Montage / Sounddesign / Produktion

Gabriele Stötzer

Mit

Harriet Wollert, Susanne Truckenbrodt, Silvia Richter, Frank Zieris, Siegfried Bauer, Angelika Andres, Christian Elis, Ralf Gerlach, Monika Gießmann

Kontakt

Claus Löser

Porträt von Gabrielle Stötzer

Gabriele Stötzer

Aufgewachsen in Erfurt, Jahrgang 1953, wird Gabriele Stötzer vom Pädagogikstudium relegiert, weil sie sich mit kritischen Äußerungen eines Kommilitonen solidarisiert. 1976 beteiligt sie sich am Protest gegen Wolf Biermanns Ausbürgerung aus der DDR und wird inhaftiert. 12 Monate Gefängnis, eine Zeit, die sie eindrücklich in Die bröckelnde Festung (2005) aufarbeitet. Bewährungszeit in einer Schuhfabrik. Sie beschließt, fortan nur noch künstlerisch zu arbeiten. Da der Autodidaktin der Zugang zum Verband Bildender Künstler verwehrt bleibt, arbeitet sie im Untergrund, beginnt zu nähen, weben, dichten, fotografieren. Ab 1980 Leitung der Galerie im Flur. 1984 Gründung der Erfurter Frauengruppe Exterra XX, in der Objekte, experimentelle feministische Super-8-Filme und Performances entstehen. Sie besetzte 1989 mit anderen die Stasi-Liegenschaften in Erfurt. Nach 1989 neun Buchveröffentlichungen; 2013 eine Gruppenausstellung in der Akademie der Künste. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte Einzelausstellung der Künstlerin.


Filme von Gabriele Stötzer
Crossover 1990 | Erfurt Stadt 1989 | Signale 1989 | Veitstanz / Feixtanz 1988 | Kentaur 1988 | Frauenträume 1986 | Trisal 1986 | Die Austreibung aus dem Paradies 1984 | Kai und Karsten 1983 | Lokalbestimmung Erfurt 1982

24 Apr. 2026 21:30
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