Women & the Wind
Alizé Jireh
Ihre Hände zeichnen die Rillen im Holz des fünfzig Jahre alten Katamarans nach, umfassen das Tauwerk und umarmen einander. Auf See überkommt drei Frauen, die gemeinsam zu einer Atlantiküberquerung angetreten sind, eine andere Wahrnehmung von Zeit und Lebensentwürfen. Women & the Wind ist kein klassischer Reisebericht-Film, sondern eine immersive Erfahrung eines gemeinschaftlichen Erlebnisses. Dort, wo getreu dem Vorbild James Wharrams, der auch den Entwurf dieses Katamarans verantwortete, männlich konnotierte Segler neue Routen erobern, geht es den Frauen auf See nie um Strecke – wenig erfahren wir von Knoten oder Zielen. Vielmehr geht es um den Genuss der Gegenwart – das Experiment einer Erfahrung, die nur zusammen gelingen kann. Neben den Ungewissheiten und der Kraft des Meeres, die wir dank der uns in den Bann ziehenden Kameragestaltung zu spüren bekommen, geht es auch darum, sich selbst in einer Ausnahmesituation neu zu entdecken und zu vertrauen, wo vorher noch Unerfahrenheit verunsicherte. Wir sind eingeladen, zu beobachten, während wir mitsegeln. Wenn nach vielen Wochen das erste Mal eine Weinflasche geöffnet wird, zeigt sich auch, dass das kleine Glück im einfachen Leben liegt. Dabei wirft Alizé Jireh ihren Blick auch auf ihre Mitseglerinnen, deren Körper sich mit den Spuren der Vergangenheit des alten Katamarans verbinden, vereinen gar. Gemeinsame Nacktheit wird zum Symbol einer Ermächtigung, die sich bewusst einer Objektifizierung entgegenstellt und an unser aller Mut appelliert.
Alizé Jireh ist Fotografin und Filmemacherin. Women & the Wind ist ihr Debütfilm.
Lærke Heilmann ist Künstlerin, Surferin und Umweltaktivistin.
Kiana Weltzien ist Solo-Seglerin.
Gemeinsam erschufen sie mit Women & the Wind und den Erlebnissen um ihren Dokumentarfilm herum eine große Instagram-Community. Jetzt läuft der Film erstmals auch auf Festivals.
Alizé Jireh
Alizé Jireh ist Fotografin und Filmemacherin. Women & the Wind ist ihr Debütfilm.