The Watermelon Woman
Cheryl Dunye
»Schwarze Menschen, inbesondere schwarze Frauen, und noch genauer: queere, schwarze Frauen sind in den Archiven anonym geblieben, ungenannt und vom Zugang zu einer Kultur ausgeschlossen, in der Schmerz, aber auch Stärke liegt.«
– Christabel Samuel, The Watermelon Woman: A Retrospective Look at Black Issues
Cheryl, jung, schwarz, lesbisch, arbeitet in einer Videothek in Philadelphia und verdient sich nebenbei noch etwas Geld mit professionellen Hochzeitsvideos. Während der Sichtung von alten Filmen aus den 1930er und 40er Jahren stößt sie auf eine schwarze Schauspielerin, die lediglich unter dem Namen »The Watermelon Woman« im Abspann auftaucht. Fasziniert von ihr, beginnt sie, mehr über das Leben dieser Frau zu recherchieren, muss aber bald feststellen, dass es kaum verfügbare Informationen zu schwarzen Schauspielerinnen der Zeit gibt. Motiviert macht sie sich daran, diese Lücke der Filmgeschichtsschreibung zu schließen, doch unzugängliche Archive, verschlossene Zeitzeug*innen und die Affäre mit einer attraktiven Kollegin machen ihr das Leben schwer.
Eine schwarze, lesbische Frau dreht einen Film über eine schwarze, lesbische Frau, die einen Film machen will über eine schwarze, lesbische Frau. Was verkopft klingt, ist in Wirklichkeit eine leichtfüßige, smarte und höchst selbstreflexive Mockumentary über die Unsichtbarkeit schwarzer, queerer Filmgeschichte und das essentielle Bedürfnis, sich selbst in der Geschichtsschreibung spiegeln zu können. (MS)
In Kooperation mit LAG Lesben in NRW
Filmreihe Neue Archive
Preise für ›The Waltermelon Woman‹
Teddy for the Best Feature Film – Berlinale 1997 | Audience Award for an Outstanding Narrative Feature – L. A. Outfest 1996
Cheryl Dunye
Cheryl Dunye (geb. 1966) ist eine liberianisch-amerikanische Filmemacherin, Videokünstlerin und Performerin. Sie trat Anfang der 1990er-Jahre als Teil der Queer New Wave in Erscheinung. Ihre oft intimen Arbeiten analysieren die Zusammenhänge zwischen Ethnie, Geschlecht und Klasse im Leben Schwarzer Lesben. Humor, die Verschmelzung von Fiktion und Realität, die Darstellung queerer Gemeinschaften und die Einbeziehung der Regisseurin selbst als Protagonistin sind grundlegende Elemente ihres Schaffens.
Filme von Cheryl Dunye
Mommy Is Coming 2012 | The Owls 2010 | My Baby’s Daddy 2004 | Stranger Inside 2001 | The Watermelon Woman 1996 | Vanilla Sex 1992 | She don’t fade 1991 | Janine 1990