Something Better to Come

Something Better to Come

Hanna Polak

DK / PL
2014
Dokumentarfilm
105’
Panorama

Bulldozer zermalmen, was eine Herrschar von Lastern Tag für Tag bringt. Dazwischen Menschen, die im Geröll und Gestank einer verschwendungssüchtigen Gesellschaft nach allem suchen, was ihnen zum Überleben helfen kann: Lebensmittelreste, Seife, Jacken, Behältnisse jeglicher Art, Matratzen, Schuhe. Die Svalka ist Europas größte Müllkippe, hoch umzäuntes und streng bewachtes Territorium, rund 13 Kilometer von Moskau und dem Kreml entfernt. In dieser surreal anmutenden, unwirtlichen Umgebung lebt, wer keinen anderen Ort weiß, an den er gehen kann. Auch Yula lebt hier: 12 Jahre alt, hübsch, trotz allem voller Hoffnung und Träume. Sie raucht. Sie trinkt Wodka. Sie will ein normales Leben. Das klingt banal, erscheint aber Lichtjahre entfernt. Von der Gesellschaft ignoriert, benötigen die meisten Bewohner der Svalka dringend medizinische Versorgung, erfrorene Gliedmaße verarzten sie notdürftig selbst. Die Chancen auf einen Job in der Stadt stehen schlecht, zu offensichtlich ist das Elend – ein Teufelskreis.

»Was, wenn ich keine Wohnung habe, wenn ich nichts habe? Warum muss ich dann verschwinden? Ich bin ein Mensch!«, spricht eine Bewohnerin direkt in Polaks Kamera. Vierzehn Jahre lang begleitet die Oscarnominierte Filmemacherin den Alltag der Menschen auf der Svalka, gibt den Unsichtbaren eine Stimme, zeigt in poetischen, erschütternden Bil- dern, was sich die Regierung zu verstecken bemüht. Mit ihrer Kamera begibt sie sich in die engen Baracken, versteckt sich während der Kontrollen unter den Bewohnern. Sie ist dabei, wenn Yula betrunken mit ihren Freunden streitet, wenn sie sich verliebt, schwanger wird, ihr Kind zur Adoption freigeben will. Schließlich ist sie auch dabei, wenn Yula ausbricht und den Ort ihrer Kindheit und Jugend mit 25 Jahren hinter sich lässt. Eine ergreifende, andere Chronik von Putins Russland.


Auszeichnungen für Something Better To Come (Auswahl)
Special Jury Prize International Documentary – Hot Springs Documentary Film Festival 2015 | VIKTOR Wettbewerb DOK.international – DOK.fest München 2015 | Second Price of the Jury – DocumentaMadrid 2015 | Special Mention – ZagrebDox 2015 | Alpe Adria Cinema Award: Best Documentary – Trieste Film Festival 2015 | Special Jury Award – International Documentary Film Festival Amsterdam 2014

Regie

Hanna Polak

Montage

Marcin Kot Bastkowski, Hanna Polak

Musik

Keaton Henson, Kristian Eidnes Andersen

Produktion

Danish Documentary Production, Hanna Polak Films

Kontakt

Danish Documentary Production

Hanna Polak

1967 in Kattowitz in Polen geboren, studierte Polak zunächst Schauspiel und arbeitete am Theater, bevor sie an das Gerassimow-Institut für Kinematographie in Moskau wechselte. Für ihre Filme erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter auch eine Oscar-Nominierung für The Children of Leningradsky (2004). Neben und mit ihrer Tätigkeit als Filmemacherin engagiert sich Polak für humanitäre Zwecke.


Filme von Hanna Polak (Auswahl)
Love and Rubbish 2012 | Warsaw Battle 1920 in 3D 2010 | Faces of Homelessness 2010 | The Children of Leningradsky 2005 | Al. Tribute to Albert Maysles 2004