Ich bin keine Feministin, aber…

Je ne suis pas féministe, mais...

Ich bin keine Feministin, aber…

Sylvie Tissot, Florence Tissot

FR
2015
Dokumentarfilm
52’
begehrt! - filmlust queer

»Ich erinnere mich, dass mir als Teenager gesagt wurde, es gäbe eine männliche und eine weibliche Art ein Streichholz anzuzünden. Die Leute versuchten allem ein Geschlecht zu geben, auch Dingen, die keins haben.«
Christine Delphy

Schon früh entwickelt Christine Delphy ein feministisches Bewusstsein. Trotzdem definiert sich die spätere Gründerin der französischen MLF (Mouvement de Libération des Femmes) nicht von Anfang ihrer Politisierung an als Feministin, vermeidet das Stigma, das den Ausdruck umgibt. 1985 aber reflektiert sie in einem Fernsehinterview, zu dem sie gemeinsam mit Simone de Beauvoir eingeladen ist, den rituellen, von vielen für ihre Rechte eintretenden Frauen gebrauchten und titelgebenden Satz »Ich bin keine Feministin, aber…«. In einer Kombination neuer Interviews mit Archivmaterial aus den 1970er und 80er Jahren beschäftigt sich der Dokumentarfilm gleichermaßen mit vergangenen wie aktuellen Kämpfen des europäischen Feminismus. In persönlichen Erzählungen spricht die lesbische Soziologin und Feministin über ihren Blick auf das Recht auf Abtreibung, über Rassismus, die gläserne Decke für Frauen in den Hochschulen und darüber, welche Rolle der US-amerikanische für den europäischen Feminismus spielte. Die retrospektiven Anteile erlauben Einblicke in Delphys Verhältnis zu legendären Figuren wie Monique Wittig oder Delphine Seyrig während der aktivsten Zeit der feministischen Bewegung. Besondere Beachtung schenken die Filmemacherinnen auch aktuellen Debatten und politischen Entwicklungen, wie etwa dem Rassismus in Frankreich. Und gestern wie heute gilt: »Es gibt Gründe, wütend zu sein, und Frauen sind noch nicht wütend genug.«

Regie / Buch / Kontakt

Florence Tissot, Sylvie Tissot

Bildgestaltung

Marc Tevanian

Montage

Agathe Cauvin

Produktion

Les mots sont importants

Sylvie Tissot

Die Professorin für Politikwissenschaften (Universität Paris) und feministische Aktivistin betreibt auch die Webseite Les mots sont importants, auf der Artikel zu den Themen Rassismus, Sexismus und Homophobie veröffentlicht werden. Aktuell forscht sie in einem Projekt zum Vergleich der Schwulenfreundlichkeit in Paris und New York.

Florence Tissot

Als stellvertretende Kuratorin der Cinémathèque française (Paris) zeichnet sie verantwortlich für Ausstellungen über französische Filmemacher wie Jean Cocteau oder François Truffaut. Sie schrieb mehrere Artikel für die Zeitschriften Vertigo und Cahiers du cinéma und setzt sich als Aktivistin in der LGBT Gruppe Pink Panthers für feministische Themen ein.