Dangling by Their Mouths

Dangling by Their Mouths

Colin Campbell

CA
1981
Experimentalfilm
60’
begehrt! - filmlust queer

Dangling by Their Mouths, eines der meisterhaften Do-it-Yourself- Stücke des kanadischen Videokünstlers Colin Campbell, ist eine komplexe, gleichermaßen witzige wie düstere Meditation über die Themen Beziehung, Tod und Trauer. Der Film dokumentiert den Austausch der europäischen Kunstkritikerin Anna, verkörpert von Campbell selbst, mit drei weiteren Personen: ihrer lesbischen Partnerin, die während des Films an Krebs stirbt, einem kanadischen Schauspieler und Theaterregisseur und einem jungen Performance-Künstler, der bei seinen Auftritten unter anderem in die Rolle von Anna schlüpft. Die beiden Männer hofieren die Kritikerin, dabei schweift die Kamera immer wieder von der eigentlichen Handlung ab und verliert sich in den sexuell aufgeladenen Bewegungen der Figuren. Der Tod ihrer Geliebten Anouk traumatisiert die umschwärmte Kritikerin. Die charismatische, offenherzige Persönlichkeit entwickelt sich zu einem grüblerischen, unheilvollen Phantom ihrer selbst. So rezitiert sie eine langwierige Passage der Matriarchin Addie Bundren aus William Faulkners As I Lay Dying. Ähnlich wie Addie Bundren in Faulkners Roman spricht auch Anouk am Ende von den Toten zu Anna.

Regie / Buch

Colin Campbell

Kontakt

Vtape

WWW

vtape.org

Colin Campbell

Der Videokünstler, Autor und Gendertheoretiker wurde 1942 in Reston, Manitoba geboren. Er studierte an der University of Manitoba und an der Claremont Graduate School in Kalifornien, in den späten 1960er Jahren entstanden die ersten Videoarbeiten. In den frühen Achtzigern hatte er eine Gastprofessur an der äußerst einflussreichen The Woman from Malibu’s Video Art Academy inne. Später lehrte u.a. im Fachbereich Kulturwissenschaften an der University of Toronto, wo er das Programm Visual Studies gründen sollte. Innerhalb dreißig produktiver Jahre entstanden über fünfzig Arbeiten, die häufig Campbells eigene, zurückhaltende Transgender-Performances enthalten. Er kuratierte diverse Video- und Performanceprogramme in Toronto, Montreal oder Rio de Janeiro und war Mitgründer des unabhängigen Videovertriebs Vtape. Mit seinen Arbeiten vertrat er Kanada 1980 bei der Biennale in Venedig, 1992 bei der Biennale in Istanbul sowie 1977 bei der documenta 6.


Filme von Colin Campbell (Auswahl)
Que Sera Sera 2001 | Disheveled Destiny 2000 | Déjà vu 1999 | Skin 1992 | No Voice Over 1986 | The Woman from Malibu 1976 | With Modern Love 1979 | Bad Girls True/False 1972