Lisa Jilg und Sophia Fenn erhalten den Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen
Das IFFF Dortmund+Köln richtet den weltweit einzigartigen Wettbewerb für Nachwuchs-Bildgestalter*innen aus und vergibt den Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen. Hier werden Kamerafrauen in den Bereichen Spiel- und Dokumentarfilm auszeichnet, ihre Arbeit sichtbar gemacht und gefördert. Denn die Zahl der Frauen in diesem zentralen technischen und kreativen Filmgewerk muss dringend weiter steigen. Die Dortmunder Filmtechnikunternehmen CineOne und sPOTTlight unterstützen den Wettbewerb seit 2024. Die Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert.
Die Preisträger*innen wurden bereits im Vorfeld des Festivals aus 39 Nominierungen von der Jury ermittelt, die mit den renommierten Bildgestalter*innen Greta Isabella Conte, Eva Maschke und Gisela Tuchtenhagen besetzt ist. Sie werden die Auszeichnungen am 26. April bei der Preisverleihung im Orangerie Theater Köln vergeben. Beide Filme – in denen interessanterweise jeweils Hebammen eine zentrale Rolle spielen – sind im Programm des IFFF Dortmund+Köln zu sehen.
Lisa Jilg erhält den »Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen« für ihre Bildgestaltung in dem langen Spielfilm Vena.
Zum Film: Regisseurin Chiara Fleischhacker erzählt die Geschichte von Jenny, die während ihrer Schwangerschaft in Haft gehen muss. Jenny flüchtet sich in Crystal Meth. Als das Jugendamt davon erfährt, verpflichtet es sie zur Betreuung durch Familienhebamme Marla. Gemeinsam meistern sie die Situation.
Jurybegründung: »Die Kameraarbeit von Lisa Jilg in VENA ist von einer Radikalität, die keine Distanz zulässt. Sie ist mutig, schonungslos und hat eine dokumentarische Qualität, die das Publikum hineinzieht in das Leben, den Körper und den inneren Kampf der Protagonistin Jenny. Die Kamera bewegt sich nah an den Figuren. Sie hält es da aus, wo es wehtut. Sie weicht nicht aus, wenn Enge, Kontrollverlust und Abhängigkeit den Raum bestimmen. Diese bewegte, rohe Bildsprache erzeugt eine physische Nähe, die man selten so kompromisslos sieht und die dadurch eine enorme emotionale Wucht entfaltet. (…)«
Filmvorführung am 24. APR 15:00 Odeon Köln, Gast: Lisa Jilg
Sophia Fenn erhält den »Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen« für ihre Bildgestaltung in dem langen Dokumentarfilm Where the Waves Took Her.
Zum Film: Die Mittelmeerroute ist eine der gefährlichsten weltweit. Da immer mehr Frauen und Kinder fliehen, arbeiten auf Rettungsschiffen nun Hebammen. Regisseurin Jana Stallein begleitet gemeinsam mit Sophie Fenn eine von ihnen und lässt Überlebende ihre Geschichten erzählen.
Jurybegründung: »Sophia Fenn entwickelt eine herausragende Kameraarbeit, die sich mit großer Sensibilität und klarer Haltung einem hochkomplexen Thema nähert. Ihre Kamera ist nah am Geschehen, ohne je übergriffig zu werden, und bewegt sich sicher zwischen beobachtender Dokumentation und poetischer Bildgestaltung. Besonders eindrucksvoll ist der bewusste Einsatz von Langzeitbelichtungen und verwischten Bildern während der realen Seenotrettungen. Diese formale Entscheidung schützt die Anonymität der Geretteten, entschärft die Brutalität der Situation und überträgt die emotionale Wucht in eine starke visuelle Sprache, die dem Publikum Raum für eigene Empfindungen lässt.«
Filmvorführung am 25. APR 15:30 Odeon Köln, Gast: Sophia Fenn
Lobende Erwähnung für Sophie Krabbe
Die Jury vergibt außerdem eine Lobende Erwähnung an Sophie Krabbe für ihre Bildgestaltung in dem dokufiktionalen Kurzfilm Halima – Eine Anleitung zum Starksein (Regie: Linda Verweyen, Fahma Abdukader Farah). Der Film erzählt von weiblicher Genitalverstümmelung, Alltagsrassismus und Resilienz. Fünf Frauen aus Somalia schrieben das Drehbuch mit und agierten vor der Kamera.
Programm und Tickets zum 43. IFFF Dortmund+Köln sind ab Ende März hier über die Website und über Rausgegangen erhältlich.