When I Saw You
Annemarie Jacier
1967. In einem Flüchtlingscamp in Jordanien warten vertriebene Palästinenser*innen darauf, ihr ‚right to return‘ wahrnehmen und zurück nach Palästina zu können. Aber den kleinen sturköpfigen Tarek zieht es allzu sehr zu seinem Vater und er macht sich alleine auf den Weg Richtung Heimat. Eine Gruppe ‚Fedajin‘, Freiheitskämpfer, gabeln ihn unterwegs auf. Als sich die ihren Sohn verzweifelnd suchende Mutter der Gruppe anschließt, entfaltet sich ein zartes Drama über Zugehörigkeit, Fremdsein, Resignation, Kampf und Hoffnung.
Die viel ausgezeichnete Regisseurin legt bei ihrem ersten historischen Drama Wert auf Authentizität und Poesie. So spielt die Geschichte unmittelbar nach dem 6-Tage Krieg, bei welchem die Wüste Negev, der Golan und Ostjerusalem, das von der UNO 1948 einen Sonderstatus erhalten hatte, von Israel annektiert wurden. Gleichzeitig verleihen die musikalischen Beiträge – palästinensische Widerstandssongs, Pop aus den 60er-Jahren, einem Lied von Cat Stevens, dem traditionellen «Dabke»-Tanz und einigen Oud-Klängen – dem Film künstlerische und kulturelle Glaubwürdigkeit.
Vielleicht wurde der Film am schönsten von der Berlinale 2013 zusammengefasst: «When I Saw You» erzählt von den Fähigkeiten eines Kindes, Erwachsene daran zu hindern, sich mit etwas abzufinden, wenn es doch Hoffnung auf Veränderung gibt.»