Vulva 3.0 – Zwischen Tabu und Tuning

Vulva 3.0 – Zwischen Tabu und Tuning

Claudia Richarz, Ulrike Zimmermann

DE
2014
Dokumentarfilm
79’
Panorama

»›Das Zeigen der Vulva vertreibt Bären und Löwen, lässt den Weizen höher wachsen, beruhigt Sturmfluten und Dämonen haben Angst davor. Der Teufel läuft weg. Das Zeigen der Vulva rettet die Welt.‹ Dieses kraftvolle Bild des weiblichen Genitales ist nicht in unserer Vorstellung verankert.«
Claudia Richarz, Ulrike Zimmermann

Zwar scheint Nacktheit kein Tabu mehr zu sein, die Abbildung des weiblichen Geschlechts aber nach wie vor irritierend und mit vielfältigen Verboten belegt. Jahrzehnte der Retusche in den Medien, Anti-Pornografie-Kampagnen und Abbildungsverbote führen zu einem öffentlichen Bild der Vulva, das wenig mit ihrer Realität zu tun hat. Es herrscht das Schönheitsideal der Unsichtbarkeit. In Vulva 3.0 geht es um die Repräsentation und die Modellierungen des weiblichen Genitals, anatomische Irrtümer sowie die Schönheit und Einzigartigkeit des weiblichen Wolllustorgans. Mit ihrer umfangreichen und sachlichen Recherche zur Geschichte dieses Teils der weiblichen Anatomie im 21. Jahrhundert durchleuchten die Regisseurinnen sämtliche Aspekte des Themas, vom Aufklärungsunterricht bis zur Zensur, vom Retuschieren »unförmiger« Schamlippen in pornografischen Bildern bis zu der Arbeit von Aktivist*innen gegen Genitalverstümmelung – und feiern damit die Vielfalt weiblicher Körper.

Regie

Claudia Richarz, Ulrike Zimmermann

Buch

Ulrike Zimmermann

Bildgestaltung

Claudia Richarz

Montage

Daniela Boch, Antje Lass

Ton

Thomas Sorig, César Fernandéz, Shinya Kitamura, Gregor Steinweg, Raphael Rumpf, Timo Selengia

Musik

Roland Musolff

Produktion

MMM Film Zimmermann & Co GmbH

Porträt von Claudia Richarz

Claudia Richarz

Claudia Richarz studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1979 ist sie Mitgründerin von »Bildwechsel«, einem Kultur- und Medienzentrum für Frauen in Hamburg. Sie arbeitet zurzeit an einem Dokumentarfilm über Helke Sander. Für die zehnteilige Dokumentarserie Abnehmen in Essen erhielt sie 2000 den Grimme-Preis. Ihr Kurzfilm Schau mich an gewann den 1. Preis beim Kurzfilmfestival Köln in der Sektion XXShorts. Richarz lebt in Eckernförde.


Filme von Claudia Richarz (Auswahl)
Schau mich an 2017 | Vulva 3.0 (with Ulrike Zimmermann) 2013 | Das Nummerngirl 1989 | Der Zug aus Leipzig (with Astrid Proll) 1988

Ulrike Zimmermann

Ulrike Zimmermann wurde 1960 in Hamburg geboren. 1988 machte sie ihr Diplom an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, im Fachbereich Film. 1989 gründete sie die MMM Filmproduktion und arbeitet seitdem in der Produktions- und Herstellungsleitung sowie als freie Produzentin.


Filme von Ulrike Zimmermann (Auswahl)
Venus 220 Volt-Lust im Haushalt 1991 | Die erregte Frau in der Diskothek 1989 | Touristinnen – Über und unter Wasser 1986 | Free Fucking 1985