Touch

Touch

Shelly Silver

US
2013
Dokumentarfilm
68’
Panorama

»Ich will mich auf die Handlung konzentrieren – spezifisch und noch offen – in die mein Protagonist eintritt: eine Handlung, die wir als Publikum mit ihm teilen. Das ist der Vorgang des Beobachtens. Des Ansehens. Des Sehens. Was bedeutet es, anzusehen, zu beobachten, zu fotografieren, zu filmen? … Ich will mich auf die Fiktion konzentrieren, das Gebiet, das uns aus dem Würgegriff und den Ansprüchen von Vergangenheit und Gegenwart befreit. Der Erzähler benutzt die Fiktion um sich vorzustellen, dass sich etwas ändern kann; und um Möglichkeiten auszuloten, die die ›Realität‹ ausschließt. In diesem Sinn ist die Fiktion oder die Erzählung das Geschenk der Gegenwart an die Zukunft.«
Shelly Silver

Nach 50 Jahren kehrt ein Mann nach Chinatown zurück, um sich um seine sterbende Mutter zu kümmern. Er ist Bibliothekar, Katalogisierer und Protokollant, ein schwuler Mann, ein Beobachter, ein Darsteller. Er sammelt Bilder – sie sind seine Zeugen und Helfer. Indem der Zuschauer sie ansieht, schlüpft er mit unter die Tarnkappe dieses Mannes, die Fluch und Segen zugleich ist: Denn dieser Mann, der seinen Namen nicht verrät, kehrt zugleich als Eingeweihter und Außenseiter in sein altes Wohnviertel zurück, dem er als Teenager so schnell wie möglich entflohen war. Touch ist ein Essay, erzählt aus der Perspektive dieses einen Mannes. Und es ist auch Fiktion, denn dieser Mann ist eine erfundene Person; ein Amalgam aus Recherche, Interviews, vertraulichen Kommentaren, Geheimnissen, abenteuerlichem und frei geäußerten Sehnsüchten.


Auszeichnungen für ›Touch‹
Le Prix du Patrimoine de l’Immatériel, Cinéma du Réel, Paris | Mention Spéciale par le jury, Compétition Internationale, Cinéma du Réel, Paris 2013

Regie / Bildgestaltung / Kontakt

Shelly Silver

Montage

Shelly Silver, Cassandra Guan

Ton

Bill Seery

Sprecher

Lu Yu

Produktion

House Productions

Shelly Silver

Die New Yorker Künstlerin Shelly Silver erforscht das Span­nungsfeld zwischen Öffentlichem und Privatem, Narrativem und Dokumentarischem sowie das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt der Betrachtung. Ihre Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und waren u. a. im MoMA in New York, in der Tate Modern, am Centre Pompidou, dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles, dem Yokohama Museum, dem Londoner ICA und auf den Filmfestivals von London, Singapur, New York, Moskau und Berlin zu sehen.


Filme von Shelly Silver (Auswahl)
5 Lessons and 9 Questions about Chinatown 2009 | In Complete World 2008 | Suicide 2003 | 37 Stories About Leaving Home 1996 | Former East/Former West 1994 | April 2nd 1994 | We 1990 | Getting in. 1989 | Things I Forget to Tell Myself 1989 | Meet the People 1986