Marabunta

Marabunta

Narcisa Hirsch

AR
1967
Experimentalfilm, experimenteller Dokumentarfilm, Kurzfilm
8’
Performances & Specials

Dokument des gleichnamigen Happenings, das am 3. Oktober 1967 im Teatro Coliseo in Buenos Aires aufgeführt wurde: Marabunta zelebriert mittels eines sechs Meter hohen Skeletts, das mit Essen bedeckt ist, einen kollektiven Kannibalismus. Die Performance bezieht sich auf Oswald de Andrades Anthropophagisches Manifest von 1928.

In Kooperation mit dem Filmmuseum Düsseldorf und dem Goethe-Institut Buenos Aires

Regie

Narcisa Hirsch

Bildgestaltung / Montage

Raymundo Gleyzer

Musik

Edgar Varèse

Darsteller*innen

Narcisa Hirsch, Marie Louise Alemann,
Walther Mejía

Kontakt

Daniela Muttis

Narcisa Hirsch

Narcisa Hirsch gilt als eine Pionierin des Experimentalfilms im Kontext der Argentinischen Avantgarde, einer Kunstszene, die sich Mitte der 1960er Jahre radikalen ästhetischen Wagnissen verschrieb. In mehreren Jahrzehnten hat die gebürtige Deutsche (*1928 in Berlin) ein Werk mit einem konzeptionellen und ästhetischen Spektrum geschaffen, das in Lateinamerika nur wenige Filmschaffende erreicht haben. Nach der Teilnahme an Happenings und künstlerischen Experimenten positionierte sich die ursprünglich als Malerin wirkende Hirsch in den 1970ern als eine genreüberschreitende Filmemacherin.
Während sie Pionierarbeit für den strukturellen Film leistete sowie eine politische Sichtweise auf geschlechterspezifische Fragen verfolgte, ebnete sie durch den poetischen Impuls, der ihre Bilder charakterisiert, den Weg für eine neue Generation experimenteller Filmemacher*innen.
Unter der Militärdiktatur (1976–1983) bot ihr das Goethe-Institut Buenos Aires einen künstlerischen Freiraum, den sie außerhalb dieser Institution kaum gefunden hätte.
Sven Pötting (kinolatino.de) und Sonja Hofmann