Spielplan

Die Puppe

Ossi Oswalda

DE
1919
Stummfilm
68’
Endlich wieder auf der Leinwand

Der Jüngling Lancelot ist überzeugter Junggeselle und dementsprechend schockiert, als ihn sein Onkel, der Baron de Chanterelle, verheiraten möchte. Überstürzt ergreift Lancelot die Flucht und landet zielstrebig an einem garantiert frauenlosen Ort: im Kloster. Doch die Mönche erweisen sich als äußerst geldaffine Zeitgenossen und überreden Lancelot, für die großzügig ausgestatte Mitgift zum Schein zu heiraten. Und wer würde sich dafür besser anbieten als eine aufziehbare Puppe? Was Lancelot nicht weiß: Seine Puppe wurde aufgrund eines Malheurs kurz vor der Trauung durch Ossi, die quicklebendige Tochter des Puppenmachers, ersetzt. Die macht sich fortan einen Riesenspaß aus der Maskerade und tut so gar nicht, was man von einer Puppe erwartet …

Fröhlich-anarchisch und mit Méliès’schem Charme zelebrieren der Zauberkünstler Ernst Lubitsch und eine grandios aufgelegte Ossi Oswalda die Komik vermeintlich unbelebter Körper und konterkarieren genüsslich das bürgerliche Wunschbild einer domestizierten Ehefrau, die nicht aus der Reihe zu tanzen hat. (MS)

Regie

Ernst Lubitsch

Buch

Hanns Kräly, Ernst Lubitsch

Bildgestaltung

Theodor Sparkuhl, Kurt Waschneck

Darsteller*innen

Ossi Oswalda,
Hermann Thimig, Victor Janson, Max Kronert, Marga Kohler, Gerhard Ritterband,
Jakob Tiedtke

Produktion

PAGU, Paul Davidson

Kontakt

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Ossi Oswalda

Die 1897 in Niederschönhausen als Oswalda Stäglich geborene Schauspielern Ossi Oswalda spielte sich ab den 1910er Jahren als unbeherrschte, burschikose und jegliche Unterwürfigkeit vermissende Komödiantin in die Herzen ihrer Zuschauer*innen. Zwischen 1916 und 1919 stand sie vorwiegend für Ernst Lubitsch vor der Kamera, u. a. in Schuhpalast Pinkus (1916), Ich möchte kein Mann sein (1918) und Die Austernprinzessin (1919). In den 1920er Jahren wandelte sich ihr Image vom Backfisch zum Berliner Girl. Neben der Schauspielerei gründete sie 1921 ihre eigene Filmgesellschaft und realisierte Filme wie Amor am Steuer (1921), Der blinde Passagier (1922) und Colibri (1923). Der Übergang zum Tonfilm läutete das Ende ihrer Filmkarriere ein. Mit Machtergreifung der Nationalsozialisten ging sie mit ihrem jüdischen Lebenspartner in die Emigration nach Prag, wo sie 1947 verarmt und vergessen starb.