Das falsche Wort
Katrin Seybold
Der Film zeigte zum ersten Mal in der Geschichte der BRD zusammenhängend die Verfolgung der deutschen Sinti in der NS-Zeit – aus der Sicht von Sinte*zze erzählt. Melanie Spitta selbst war das Kind von Überlebenden. „Unveröffentlichte Polizeiakten und Fotos der Rassenforscher, Dokumente der totalen Erfassung und Registrierung sind der wichtigste Bestandteil unserer Beweisführung“, so die Filmemacherinnen Melanie Spitta und Katrin Seybold. Das falsche Wort ist ruhig und aufwühlend zugleich. Der Film zeigt die Kontinuitäten der Verfolgung bis in die Gegenwart akribisch auf. Bei der Frage nach Wiedergutmachung stießen die Filmemacherinnen auf bisher zurückgehaltenes Material. Dazu Spitta: „Dieses von den Tätern akribisch zusammengetragene Beweismaterial durfte nicht an die Öffentlichkeit, um den Völkermord an uns nicht bekennen zu müssen.“ Diese Arbeit Spittas ist ein Meilenstein der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinte*zze und Rom*nja und als solcher läutete er einen Paradigmenwechsel des Umgangs und der Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und der Verfolgung an den Sinte*zze und Rom*nja in der BRD ein.
Katrin Seybold
Nach dem Studium der Kunstgeschichte drehte Katrin Seybold (1943–2012) ab 1969 kollaborativ erste Filme über die Studentenbewegung. Sie war Regieassistentin bei Ula Stöckl und Edgar Reitz. Seit 1975 arbeitete sie als Regisseurin für ARD und ZDF. 1979 gründete sie eine Produktionsfirma. Sie drehte rund 60 Filme und TV-Produktionen, darunter mehrere Filme mit Melanie Spitta.
Filme von Katrin Seybold (Auswahl)
Die Widerständigen − Zeugen der Weißen Rose 2008 | Nein! Zeugen des Widerstandes in München 1933–1945 1999 | Das falsche Wort 1987 | Es ging Tag und Nacht, liebes Kind 1982 | Wir sind stark und zärtlich 1981 | Wir sind Sintikinder und keine Zigeuner 1981 | Schimpft uns nicht Zigeuner! 1980