Ayiti mon Amour

Ayiti mon Amour

Guetty Felin

HT / US
2016
Spielfilm
82’
Fokus

Haiti, fünf Jahre nach dem Erdbeben, in einem vom Rest der Welt ver- gessenen Küstenort. Die Dorfbewohner verfolgt noch die Erinnerung an die große Katastrophe; doch das Leben geht weiter … Guetty Felins Langspielfilmdebüt Ayiti mon amour verwebt drei miteinander kollidierende Erzählungen: die Coming-of-Age-Geschichte des Teenagers Orphée, der seinen Vater verloren hat und nach einer übernatürlichen Begegnung Superkräfte entwickelt; die seines einzigen Freundes Jaurès, einem alten Fischer, den Sorgen um die fortschreitende Umweltzerstörung und seine kranke Ehefrau umtreiben; und die der mysteriösen Ama, einer wandernden Seele und Muse eines uninspirierten Schriftstellers.

»Der Film ist aus Trauer geboren; ich habe das erste Treatment unmittelbar nach dem verheerenden Erdbeben geschrieben. Er sollte aber trotzdem nicht nur von Trauer und Verlust handeln. Es geht eher um verlorene Seelen, lebende und tote, die nach dem Sinn des Lebens und nach einer Heimat suchen.
Das Meer spielt eine Hauptrolle, weil es den Kreislauf des Lebens repräsentiert. Es steht auch für den Ursprung des Menschen, jedenfalls wenn man daran glaubt, dass wir von Wasserlebewesen abstammen. Es gibt einen Glauben im Voodoo, der besagt, dass die Seele des Menschen nach seinem Tod für ein Jahr und einen Tag unter Wasser bleibt. Dann führt die Familie ein Ritual durch, damit die Seele an Land zurückkehren kann. Ich habe oft über die Seelen nachgedacht, die es nie zurück geschafft haben, die gefangen sind. Deshalb wollte ich im Film eine Art Ritual schaffen, das ihnen zumindest symbolisch erlaubt, nach Hause zu kommen.«
Guetty Felin

Regie / Buch

Guetty Felin

Bildgestaltung

Hervé Cohen

Montage

Stephane Vernet Augustion, Isabelle Devinck

Ton

Yeelen Cohen, Sapha Samedy Junior

Produktion

BelleMoon Productions, Mira Nair

Kontakt

Orange Studio

Guetty Felin

Die Filmemacherin Guetty Felin wurde in Port-au-Prince, Haiti geboren, wuchs in New York auf und absolvierte einen Master of Fine Arts in Film in Paris. In ihren Filmen setzt sie sich mit Themen wie Erinnerung, Exil, Fremdheit und der Suche nach Heimat auseinander. Zu ihren bisherigen Arbeiten zählen Dokumentarfilme wie Closer to the Dream und Broken Stones, fiktionale Kurzfilme sowie drei Spielfilmdrehbücher. Sie war Koregisseurin einer Serie von Videos und Porträts für eine Ausstellung zur haitianischen Kunst im Pariser Grand Palais. Derzeit arbeitet sie an drei Spielfilmprojekten: A Rooster on the Fire Escape, The Last Mission und Once Upon Three Times.


Filme von Guetty Felin
A Rooster on the Fire Escape
2016 | Sacred 2016 | Broken Stones 2012 | Closer to the Dream 2010