Veitstanz/Feixtanz

Veitstanz/Feixtanz

Gabriele Stötzer

DE
1988
Short film
25’
OW
Focus: Common Land

Ecstatic, convulsing bodies – »St. Vitus’ dance«, a phenomenon dating back to the Middle Ages when people danced publicly to the point of collapse, is revived in 1988 by 13 men and women in Erfurt. Their bodies suggest that anyone can claim public spaces and move as freely and as defiantly as they wish. In the drab East German setting, Gabriele Stötzer carves out her own space, drawing on pagan traditions and invoking matriarchal origins. Her inspiration is resistance. »This film, made in the GDR – the land of socialist dictatorship – is an expression of the freedom inherent in us all, when we chose to claim it,« Stötzer explains.

Guest: Gabriele Stötzer

Director / Script / Cinematography / Editing / Sound Design / Production

Gabriele Stötzer

With

Harriet Wollert, Susanne Truckenbrodt, Silvia Richter, Frank Zieris, Siegfried Bauer, Angelika Andres, Christian Elis, Ralf Gerlach, Monika Gießmann

Contact

Claus Löser

Porträt von Gabrielle Stötzer

Gabriele Stötzer

Aufgewachsen in Erfurt, Jahrgang 1953, wird Gabriele Stötzer vom Pädagogikstudium relegiert, weil sie sich mit kritischen Äußerungen eines Kommilitonen solidarisiert. 1976 beteiligt sie sich am Protest gegen Wolf Biermanns Ausbürgerung aus der DDR und wird inhaftiert. 12 Monate Gefängnis, eine Zeit, die sie eindrücklich in Die bröckelnde Festung (2005) aufarbeitet. Bewährungszeit in einer Schuhfabrik. Sie beschließt, fortan nur noch künstlerisch zu arbeiten. Da der Autodidaktin der Zugang zum Verband Bildender Künstler verwehrt bleibt, arbeitet sie im Untergrund, beginnt zu nähen, weben, dichten, fotografieren. Ab 1980 Leitung der Galerie im Flur. 1984 Gründung der Erfurter Frauengruppe Exterra XX, in der Objekte, experimentelle feministische Super-8-Filme und Performances entstehen. Sie besetzte 1989 mit anderen die Stasi-Liegenschaften in Erfurt. Nach 1989 neun Buchveröffentlichungen; 2013 eine Gruppenausstellung in der Akademie der Künste. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte Einzelausstellung der Künstlerin.


Filme von Gabriele Stötzer
Crossover 1990 | Erfurt Stadt 1989 | Signale 1989 | Veitstanz / Feixtanz 1988 | Kentaur 1988 | Frauenträume 1986 | Trisal 1986 | Die Austreibung aus dem Paradies 1984 | Kai und Karsten 1983 | Lokalbestimmung Erfurt 1982