…hab ich euch nicht glänzend amüsiert?
Gabriele Stötzer
In the backyard of a squatters’ house in Erfurt in the summer of 1989, when it was still not clear whether the dictatorship would fall that autumn, I carried out a painting action using a standing mirror. The film serves as a visual declaration of war against the system that was intent on putting me in a psychiatric hospital or prison because I continued to express myself individually and artistically to the public.
Gabriele Stötzer
Aufgewachsen in Erfurt, Jahrgang 1953, wird Gabriele Stötzer vom Pädagogikstudium relegiert, weil sie sich mit kritischen Äußerungen eines Kommilitonen solidarisiert. 1976 beteiligt sie sich am Protest gegen Wolf Biermanns Ausbürgerung aus der DDR und wird inhaftiert. 12 Monate Gefängnis, eine Zeit, die sie eindrücklich in Die bröckelnde Festung (2005) aufarbeitet. Bewährungszeit in einer Schuhfabrik. Sie beschließt, fortan nur noch künstlerisch zu arbeiten. Da der Autodidaktin der Zugang zum Verband Bildender Künstler verwehrt bleibt, arbeitet sie im Untergrund, beginnt zu nähen, weben, dichten, fotografieren. Ab 1980 Leitung der Galerie im Flur. 1984 Gründung der Erfurter Frauengruppe Exterra XX, in der Objekte, experimentelle feministische Super-8-Filme und Performances entstehen. Sie besetzte 1989 mit anderen die Stasi-Liegenschaften in Erfurt. Nach 1989 neun Buchveröffentlichungen; 2013 eine Gruppenausstellung in der Akademie der Künste. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte Einzelausstellung der Künstlerin.
Filme von Gabriele Stötzer
Crossover 1990 | Erfurt Stadt 1989 | Signale 1989 | Veitstanz / Feixtanz 1988 | Kentaur 1988 | Frauenträume 1986 | Trisal 1986 | Die Austreibung aus dem Paradies 1984 | Kai und Karsten 1983 | Lokalbestimmung Erfurt 1982