Tiempo suspendido

Tiempo suspendido

Natalia Bruschtein

MX
2015
Dokumentarfilm
64’
Fokus

Die 86-jährige Laura Bonaparte, Großmutter der Regisseurin, kämpfte von den späten 1970er bis in die Anfänge der 1980er Jahre gegen die argentinische Militärjunta und kannte den Unterschied zwischen richtig und falsch. Heute ist sie in fortgeschrittenem Stadium an Alzheimer erkrankt und in der Obhut von Pflegerinnen in einem Heim. Ihre Familienmitglieder erkennt sie nicht mehr, auch hat sie vergessen, dass ihr Mann und drei ihrer Kinder vom diktatorischen Regime gekidnappt wurden und nie zurückkehrten. Die Mitbegründerin der Bewegung Madres de Plaza de Mayo hielt am großen Platz in Buenos Aires Tag für Tag unermüdlich die Fotos ihrer verschwundenen Familie in die Luft, protestierte gegen die historische Amnesie und emigrierte schließlich nach Mexiko. Tiempo suspendido erzählt vom historischen Vergessen eines ganzen Landes und der Erinnerung einer Frau, die unermüdlich für die Aufklärung der staatlichen Verbrechen in Argentinien gekämpft hat. Mit Hilfe von filmischem Archivmaterial und Briefen, die Bonaparte Freunden und anderen Opfern geschrieben hat, lässt die Enkelin Natalia Bruschtein ihre Großmutter selbst von diesem aktivistischen Leben erzählen.


Auszeichnungen für  ›Tiempo suspendido‹ (Auswahl)
Iberoamerican Documentary Jury’s Special Award, FIPRESCI Award, Special Mention Mezcal Award – Festival Internacional de Cine en Guadalajara 2015 | Special Mention Mexican Documentary – Festival Internacional de Cine de Guanajuato 2015 | Public Prize – Festival de la Memoria. Documental Iberoamericano 2015 | Best Documentary Award – Budapest International Documentary Film Festival 2015 | Golden Plaque Documentary – Chicago International Film Festival 2015

Regie / Buch

Natalia Bruschtein

Bildgestaltung

Mariana Ochoa

Montage

Valentina Leduc, Alberto Cortés, Natalia Bruschtein

Ton

Abril Schmucler, Carlos Olmedo, Pablo Demarco, Matías Barberis

Musik

Alejandro Castaños

Produktion

Centro de Capacitación Cinematográfica, FOPROCINE

Kontakt

IMCINE

Natalia Bruschtein

In Argentinien geboren, lebt Natalia Bruschtein seit 1976 in Mexiko. Sie studierte Film am Centro de Capacitación Cinematográfica in Mexiko-Stadt und wurde 2011 für ihren Abschlussfilm Encontrando a Víctor von der Academia Mexicana de Artes y Ciencias Cinematográficas mit dem Preis für den besten dokumentarischen Kurzfilm ausgezeichnet. Bruschtein arbeitete in verschiedenen Bereichen des Films, als Tonfrau gewann sie 2007 den Ariel Preis der Akademie für den besten Ton in En el hoyo unter der Regie von Juan Carlos Rulfo. Am häufigsten arbeitete sie als Editorin und war an vielen Filmen beteiligt, die internationale Preise gewannen, so etwa Cobrador. In God We Trust (Regie: Paul Leduc), der mit dem Schnittpreis El Coral des Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano ausgezeichnet wurde, oder der Dokumentarfilm Rosario – memoria indómita. Tiempo suspendido ist Bruschteins erster Langfilm, bei dem sie Regie führte.


Filme von Natalia Bruschtein
Encontrando a Víctor (Finding Victor) 2005