Jajda

Jajda

Svetla Tsotsorkova

»Jajda ist ein Film über die Art von Liebe, die kommt, wenn wir sie am wenigsten erwarten, [und] die uns dazu zwingt, Mensch zu bleiben
Svetla Tsotsorkova

Auf einem Hügel irgendwo im Hinterland Bulgariens betreibt eine kleine Familie eine Wäscherei. Den langhaarigen, pubertierenden Sohn scheucht der herzkranke Vater Tag für Tag 4000 Stufen hinunter in das kleine Dorf. Die Mutter, eine stolze, aber überarbeitete Frau, nimmt die Wäsche aus den Hotels der Umgebung entgegen. Noch wehen die weißen Laken im Wind, doch die Wasserversorgung in der dürren Gegend oben auf dem Berg ist unbeständig und bedroht das Geschäft. Zur Lösung des Problems treten ein Mann und seine 13-jährige Tochter ein – ein Brunnengräber und eine Wünschelrutengängerin. Während nach einer frischen Wasserquelle gesucht wird, lernen die beiden Familien sich kennen. Bald stellt sich heraus, dass es ein Bedürfnis gibt, das viel stärker ist als das nach Wasser. Es ist der Durst nach Liebe, der das Familiengefüge von Grund auf durcheinander bringt. Svetla Tsotsorkova kombiniert Kammerspielelemente mit weiten Landschaftsaufnahmen und einem kunstvollen Umgang mit Licht und Schatten. Die minimalen Dialoge ihrer namenlosen Protagonist*innen – nur ein streunender Hund trägt einen Namen – verschmelzen mit der eindringlichen Darstellung gegenseitiger Beobachtung. Lichtdurchflutete Breitwandbilder sorgen für eine traumgleiche Atmosphäre. Eine leise trällernde, sparsam eingesetzte Flöten- und Gitarrenmelodie ist die einzige Musik dieses tranceartigen Films über eine Familie und ihre Rekonstituierung.

Regie

Svetla Tsotsorkova

Buch

Svetoslav Ovcharov, Svetla Tsotsorkova, Ventsislav Vasilev

Bildgestaltung

Vesselin Hristov

Montage

Nina Altaparmakova, Svetla Tsotsorkova

Darsteller*innen

Monika Naydenova, Alexander Benev, Svetlana Yancheva, Ivaylo Hristov, Vassil Mihajlov, Ivan Barnev, Stefan Mavrodijev

Produktion

Front Film

Kontakt

alpha violet

Svetla Tsotsorkova

1977 in Burgas geboren, schloss Tsotsorkova 2004 ihr Studium an der National Academy for Theatre and Film Arts in Sofia ab. Seitdem hat sie vor allem als Producerin und Schauspielerin gearbeitet. Ihr erster Kurzfilm als Regisseurin Zhivot sas Sofia entstand 2004 und wurde in Cannes, auf dem Karlovy Vary International Film Festival und vielen anderen renommierten Festivals aufgeführt.


Filme von Svetla Tsotsorkova
Mayka Mi (My Mother) 2005 | Zhivot sas Sofia (Life with Sofia) 2004