Chiri

Chiri

Naomi Kawase

JP / FR
2012
Dokumentarfilm
45’
Panorama

»Die Familie verkörpert für mich das anschaulichste Prinzip menschlicher Bindungen. […] Meine Eltern lebten bereits getrennt, als ich geboren wurde und sie wurden geschieden, als ich eineinhalb Jahre alt war. Ich bin in der Familie meiner Tante aufgewachsen. […] Meine Tante hatte kein Kind und ihr Mann sorgte für mich wie ein richtiger Vater. Sie haben mich adoptiert, als ich in die vierte Klasse ging, und ich trage seitdem offiziell ihren Nachnamen Kawase.«
Naomi Kawase

Als Naomi Kawase zu ihren Pflegeeltern kommt, sind sie bereits 65 Jahre alt. Ihr Adoptivvater stirbt, als sie 14 Jahre alt ist. Seitdem hat sie mit ihrer Adoptivmutter Uno Kawase alleine gelebt. In ihren Filmen hat sie das Verhältnis zu ihr immer wieder thematisiert. In Chiri begleitet sie nun Uno Kawase, bis diese im Alter von 95 Jahren stirbt. Chiri ist ein Abschiedsfilm, der vom Schrecken des Sterbens erzählt und auch den Schmerz zulässt. Einmal mehr lotet Naomi Kawase meisterhaft die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz aus.

Regie / Buch / Bildgestaltung / Montage

Naomi Kawase

Ton

Takizawa Osamu

Musik

Hasiken

Mit

Naomi Kawase, Uno Kawase, Mitsuki

Produktion

Kumie Inc., Arte France

Naomi Kawase

Naomi Kawase machte ihren Abschluss an der Osaka School of Photography. Sie arbeitet sowohl fiktional als auch dokumentarisch, die Drehbücher zu ihren häufig autobiografischen Filmen schreibt sie selbst. Persönliche Schicksalsschläge, intime Familiengeschichten und die Einbeziehung der Natur in die Handlung spielen eine zentrale Rolle in ihren Filmen. Kawase gehört zu den angesehensten japanischen Regisseur*innen. 1997 wurde sie mit ihrem ersten Spielfilm Suzaku zur jüngsten Gewinnerin der Camera d’Or in der Geschichte des Filmfestivals von Cannes. Seitdem erhielt sie weitere wichtige internationale Preise, u. a. beim IFFF Dortmund+Köln.


Filme von Naomi Kawase (Auswahl)
Vision 2018 | An 2015 | Futatsume no mado 2014 | Chiri 2012 | Hanezu no tsuki 2001 | Genpin 2010 | Mogari no mori 2007 | Tarachime − Birth/Mother 2006 | Hotaru 2000 | Suzaku 1997